Marien Hospital und Jade Hochschule bilden Hebammen aus

Im September beginnt erstmals der Bachelor-Studiengang Hebammenwissenschaften an der Jade Hochschule (Standort Oldenburg) zur Neuausrichtung des Hebammenberufes

Wer Hebamme werden möchte, ging bislang für eine Ausbildung an eine Hebammenschule. Seit Beginn des Jahres 2020 steht nun fest, dass der Hebammenberuf akademisiert wird. Dieser Beschluss wurde vom Land Niedersachsen gefasst. Als erste Anlaufstellen für den dualen Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaften gilt die Jade Hochschule mit dem Standort Oldenburg.

Das duale Studium ist auf sieben Semester ausgelegt und sieht eine theoretische und praktische Ausbildung mit einem gleichgewichtigen Anteil vor. Der Praxisvertrag zwischen Studierenden und Klinik ist Voraussetzung für die Immatrikulation. Für den Praxispartner gelten weitere Bestimmungen: Zum einen die Kooperationsvereinbarung mit freiberuflichen Hebammen und zum anderen das Erfüllen der Vorgaben bestimmter Kompetenzbereiche und Fachabteilungen unter anderem die Kinderintensivstation. Die Papenburger Klinik erfüllt diese Voraussetzungen und zählt zu den Praxispartnern des Pilotprojektes der Jade Hochschule.

Anne Gerdes ist als Praxisanleiterin für die Studierenden zuständig. „Was die Akademisierung angeht, ist Deutschland EU-weit so ziemlich das Schlusslicht“, beginnt Gerdes, „Ich habe einige Jahre in der Schweiz gearbeitet. Dort wurde der Studiengang 2008 eingeführt. Die Akademisierung wird oft sehr theorielastig eingestuft, jedoch ist es bei den Hebammenwissenschaften anders“, berichtet Gerdes. Die 36-jährige hat während ihrer eigenen Ausbildung zur Hebamme ihre Praxiseinsätze im Marien Hospital absolviert und den Draht zu Ihren Kolleginnen nie so richtig verloren. In 2019 war es schließlich soweit und sie kam als stellvertretende Leitung zurück ins elf köpfige Kreißsaal-Team – prädestiniert durch ihr Studium in Medizinpädagogik und den Erfahrungen aus der Schweiz zukünftige Studierende als Mentorin auszubilden.

„Wir möchten den Studierenden ein gutes Grundgerüst geben, damit sie den Beruf der Hebamme mit Körper und Geist im Sinne der Schwangeren ausüben. Ich freue mich über die Kooperation mit der Jade Hochschule und bin sehr gespannt, wie sich die drei Studentinnen bei uns einleben“, freut sich Gerdes.

Ulrike Grothaus, Natascha Wessels und Luca Uhrlau (kommt aus Berlin und war zu unserem Gespräch nicht vor Ort) beginnen zum Wintersemester 2020/2021 das duale Studium. Der erste Praxiseinsatz im Marien Hospital ist für November vorgesehen. Ulrike Grothaus und Natascha Wessels haben zuvor ein vierwöchiges Praktikum im Kreißsaal des Marien Hospitals absolviert. „Ich war immer im Büro tätig, hegte jedoch den Wunsch eine Tätigkeit mit und für den Menschen auszuüben. Aufgrund meiner vier Kinder, habe ich meinen Wunsch hintenangestellt, aber nun ist es soweit und ich freue mich sehr auf meine neue Arbeitsstelle“, so Ulrike Grothaus. „Ich habe für zwei Jahre in Südafrika gelebt und gearbeitet. Das Land ist sehr schön - keine Frage, aber ich habe immer gesagt, dass ich zurück nach Deutschland gehen werde, um dort etwas komplett Neues zu machen – raus aus dem Büroalltag“, sagt Natascha Wessels.

„Das gesamte Kreißsaal-Team von Hebammen und Ärzten werden die drei Studentinnen in die tägliche Arbeit miteinbinden, für erste Schritte an die Hand nehmen und langjähriges Wissen vermitteln. Je nach Fachbereich werden weitere Mitarbeitende involviert“, erläutert Dr. Franz Koettnitz, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe. „Das Projekt ist eine gute Möglichkeit, um dem Mangel an Nachwuchskräften entgegenzuwirken. Da es jedoch in den Kinderschuhen steckt, können wir noch nicht sagen, was die Zukunft bringt. Es ist auf jeden Fall geplant, dass wir im Marien Hospital jedes Jahr drei Studierende einstellen“, so Beate Janssen, stellvertretende Pflegedirektorin.

 

 

 
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