Neugierig auf die Medizin

Oberstufenschüler erhalten praktischen Einblick in die Radiologie und Kardiologie

„So, jetzt geht es weiter Frau Meier. Einatmen ... ausatmen ... und jetzt normal weiteratmen." Radiologietechnologin Waltraud Wessels sitzt hinter einer Scheibe am Bedienpult und sieht auf den Bildschirm vor sich. Ein regelmäßiger Piepton ist zu hören. In einem abgedunkelten Raum steht eine große Röhre, in der die Patientin liegt. Der kreisförmige Magnettunnel bei der Magnetresonanztomographie (MRT) erzeugt dabei ein starkes Magnetfeld. Bilder von Weichteilen wie Hirnsubstanz, Knorpel, Bandscheiben oder dem Herzen werden auf dem Bildschirm sichtbar.

Für Klara Höffer (20) und Michelle Lüdke (16) ist das MRT-Gerät noch neu. Sie stehen zum ersten Mal davor. Die zwei gehören zu einer Gruppe von 16 Jugendlichen zwischen 16 und 23 Jahren, die am 31. Juli und 1. August speziell einen Einblick in die Abläufe der Kardiologie und Radiologie des Marien Hospitals Papenburg Aschendorf erhielten. Dafür nahmen sie an einem Kurs der Medizintechnik der Schüler-Akademie teil. Die zwölftätige Veranstaltung richtete sich an besonders motivierte und begabte Oberstufenschüler, um sie weiter zu fördern und zu fordern. Die Jugendlichen aus ganz Deutschland sowie Griechenland, den USA und Ägypten konnten dabei einen Blick hinter die Kulissen werfen und so manch technisches Gerät aus der Nähe betrachten. Betreut wurden sie von zwei ehrenamtlichen Kursleitern, Myriam Koch, die Elektrotechnik und Medizin in Aachen studiert hat, und Florian Schober, Doktorand der Molekularbiologie. Die Gruppe war in der Historisch Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) in Papenburg untergebracht.

Im Gegensatz zur MRT, wo die Signale der Wasserstoffprotonen ausgelesen werden und die Patienten keiner Strahlenbelastung ausgesetzt sind, wird bei der Computertomographie (CT) mit Röntgenstrahlen gearbeitet, erklärte Oberarzt Alexey Eyrikh den Schülern. Deshalb sei eine entsprechende Aufklärung beziehungsweise Einweisung des Patienten im Vorfeld wichtig. Er zeigte den Besuchern das Gerät und auch die Röntgenanlage und gab zudem Einblicke in die Diagnostik.

Einblicke in die Abteilung Radiologie: Alexey Eyrikh, Oberarzt der Radiologie (von links), zeigt Klara Höffer und Michelle Lüdke die Röntgenanlage.Im Gespräch: Oberarzt der Radiologie, Alexey Eyrikh (von links), mit den Schülerinnen Klara Höffer und Michelle Lüdke.

Rund eine Woche erhielt die Gruppe zuvor ein theoretisches Vorwissen zur Medizintechnik. Es wurden Fragen zum Aufbau des Herzens geklärt und ein Defibrillator elektronisch erläutert, so Kursleiter Florian Schober. „Wir haben auch Herzkrankheiten besprochen“, berichtete Klara Höffer. Eine eigene schriftliche Ausarbeitung gehörte ebenfalls zu den Aufgaben. Entsprechendes praktisches Fachwissen erhielt die Gruppe nun in der Kardiologie des Marien Krankenhauses Papenburg Aschendorf. So zeigte Chefarzt der Kardiologie, Prof. Dr. Christian Wende, den Besuchern seine große Sammlung an Herzschrittmachern und Defibrillatoren und deren Funktionsweise. Technisch habe sich viel verändert in der 60-jährigen Geschichte, erklärte Prof. Dr. Wende. Die Batterien seien kleiner und leistungsfähiger geworden. „Der erste Herzschrittmacher wurde im Oktober 1958 eingebaut“, so Prof. Dr. Wende. Der Kardiologe besitzt noch Herzschrittmacher der ersten Generation von 1969 bis 1979. Die meisten der Geräte in seinem Büro habe er selber eingebaut. „Die sehen alle so unversehrt aus“, staunte Klara Höffer. Doch wie lange benötigt ein Patient, um sich an einen Herzschrittmacher zu gewöhnen, wollten die Besucher wissen. Das ginge in der Regel recht gut und zügig, sagte Prof. Dr. Wende.

Danach ging es weiter in das Herzkatheterlabor. Der Chefarzt erklärte die kardiologische Röntgenanlage und gab auch beispielhaft Einblick in Krankheitsbilder, wie sie in der Station alltäglich auftreten. Neben dem Lungenvolumenmessgerät oder einem Tool zur Herzdruckmassage zeigte Prof. Dr. Wende auch die Echokardiographie, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Dazu musste Kursleiter Florian Schober selbst auf die Liege. Der Chefarzt kann sich bei dieser Methode die einzelnen Teile des Herzens eines Patienten ansehen und so mögliche Krankheiten entdecken und darauf seine Behandlung aufbauen.

Am Ende zogen die Schüler ein sehr positives Fazit. „Es ist sehr schön, wie viel wir hier erfahren“, sagte Klara Höffer. Vor allem die zuvor in der Theorie gesammelten Kenntnisse zur Medizintechnik konnten mit vielen praktischen Erfahrungen gefestigt werden, bestätigte auch David Maas (17).

Besichtigung des Herzkatheterlabors: Chefarzt der Kardiologie, Prof. Dr. Christian Wende (rechts), mit Teilnehmern der Schüler-Akademie bei der kardiologischen Röntgenanlage.

 

 

 

 

 
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